Der rheinische Sauerbraten gehört zu den bekanntesten traditionellen Gerichten Deutschlands. Sein intensiver Geschmack, die zarte Fleischtextur und die süßlich-würzige Soße machen ihn zu einem echten Festessen. Ursprünglich wurde Sauerbraten aus Pferdefleisch zubereitet, doch heutzutage verwendet man fast ausschließlich Rindfleisch.
Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld – denn das Fleisch muss mehrere Tage in einer marinade ruhen – doch das Ergebnis ist unvergleichlich lecker!
Zutaten für 6 Portionen
Für die Marinade:
- 750 ml Rotwein
- 250 ml Essig (Weißwein- oder Apfelessig)
- 1 EL Zucker
- 2 TL grobes Salz
- 2 Lorbeerblätter
- 4 Nelken
- 5 Pimentkörner
- 5 Wacholderbeeren
Für den Sauerbraten:
- 1,5 kg Rinderbraten (Keule oder Schulter)
- 2 Zwiebeln
- 2 Karotten
- 2 Selleriestangen
- 2 EL Butterschmalz oder Öl
- 500 ml Rinderbrühe
- 1 EL Honig
- 1 Scheibe Pumpernickel oder Printen (alternativ Saucenlebkuchen)
- 50 g Rosinen (optional)
- 2 EL Mehl
- 30 g Butter
Beilagenempfehlung:
✔ Kartoffelklöße oder Spätzle
✔ Apfelmus für die typisch rheinische Kombination
✔ Rotkohl oder Rahmwirsing als Gemüsebeilage
1️⃣ Marinade vorbereiten & Fleisch einlegen
- Zwiebeln, Karotten und Sellerie grob schneiden.
- Rotwein, Essig, Zucker und Salz in einem Topf aufkochen und die Gewürze (Lorbeer, Nelken, Piment, Wacholder) dazugeben.
- Das Gemüse hinzufügen und alles 5 Minuten leicht köcheln lassen, damit sich die Aromen entfalten.
- Marinade vollständig abkühlen lassen.
- Das Fleisch in eine große Schüssel oder einen Behälter legen und die kalte Marinade darüber gießen.
- Abgedeckt 4–7 Tage im Kühlschrank ziehen lassen, dabei das Fleisch täglich wenden.
💡 Tipp: Je länger die Marinierzeit, desto intensiver das Aroma!
2️⃣ Fleisch anbraten & schmoren
- Fleisch aus der Marinade nehmen und gut trocken tupfen.
- Marinade durch ein Sieb gießen – das Gemüse beiseitestellen, die Flüssigkeit auffangen.
- Butterschmalz in einem großen Bräter erhitzen.
- Das Fleisch von allen Seiten scharf anbraten, bis es eine schöne Kruste hat.
- Das angebratene Fleisch herausnehmen und das beiseitegestellte Gemüse in den Bräter geben.
- Gemüse einige Minuten kräftig anbraten, dann mit der Marinade ablöschen.
- Rinderbrühe, Honig und zerbröselten Pumpernickel hinzufügen und gut verrühren.
- Das Fleisch zurück in den Bräter legen, den Deckel aufsetzen und bei 160 °C im Ofen 2,5–3 Stunden schmoren lassen.
💡 Tipp: Wer keinen Ofen nutzen möchte, kann den Sauerbraten auch bei niedriger Hitze auf dem Herd für 2,5 Stunden schmoren lassen.
3️⃣ Soße zubereiten & abschmecken
- Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und in Alufolie einwickeln, damit es saftig bleibt.
- Die Soße durch ein Sieb passieren, das Gemüse leicht ausdrücken.
- Butter in einem Topf schmelzen, Mehl einrühren und goldbraun anschwitzen (Mehlschwitze).
- Die passierte Soße langsam einrühren und 5 Minuten köcheln lassen, bis sie eindickt.
- Rosinen hinzufügen und nach Belieben mit Salz, Pfeffer und etwas Honig abschmecken.
- Das Fleisch in Scheiben schneiden und in die heiße Soße legen, bis es serviert wird.
💡 Tipp: Wer eine besonders feine Soße möchte, kann sie zusätzlich mit einem Pürierstab aufmixen.
4️⃣ Servieren & genießen
Der rheinische Sauerbraten wird traditionell mit Kartoffelklößen oder Spätzle, Apfelmus und Rotkohl serviert.
📌 So wird angerichtet:
✔ Eine Kelle Soße auf den Teller geben.
✔ Fleischscheiben darauflegen und nochmals etwas Soße darübergeben.
✔ Beilagen daneben anrichten.
💡 Tipp: Die Kombination aus süßem Apfelmus und der würzigen Soße ist typisch für das Rheinland und sorgt für das besondere Geschmackserlebnis.
Tipps & Tricks für den perfekten Sauerbraten
✔ Marinierzeit beachten: Mindestens 4 Tage, optimal sind 7–10 Tage, damit das Fleisch besonders zart wird.
✔ Süße Note in der Soße: Pumpernickel, Honig oder Rosinen sorgen für die typische, leicht süßliche Note.
✔ Schmorzeit nicht verkürzen: Mindestens 2,5 Stunden, damit das Fleisch butterzart wird.
✔ Dicke, sämige Soße: Die Mehlschwitze sorgt für eine perfekte Bindung.
✔ Vorsicht mit Salz: Durch die Marinade ist das Fleisch bereits gut gewürzt – lieber erst zum Schluss nachsalzen.
Fazit: Ein Stück deutscher Esskultur
Der rheinische Sauerbraten ist ein Klassiker der deutschen Küche, der mit seiner würzig-süßen Soße und dem zarten Fleisch begeistert. Zwar benötigt das Gericht einige Tage Vorbereitungszeit, doch der Aufwand lohnt sich. Die Kombination mit Apfelmus, Klößen oder Spätzle und Rotkohl macht den Sauerbraten zu einem echten Festessen für besondere Anlässe.
Guten Appetit & viel Spaß beim Nachkochen!